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Der Nuvaring (Vaginalring)
Die Verhütungssensation

Der Vaginalring (®NuvaRing) ist eine bequeme Alternative zur Pille. Vom Prinzip her ersetzt er eine ganze Monatspackung der Pille. Der Ring ist weich, biegsam und misst 54 Millimeter im Durchmesser. Er besteht aus dem silikon- und latexfreien medizinischen Kunststoff EVA® (Ethylenvinylacetat) und enthält Östrogen und Gestagen. Jede Frau, für die auch die Pille geeignet ist, kann den Vaginalring verwenden.

Wie hoch ist die Sicherheit?
Der Pearl-Index liegt nach Angaben des Herstellers bei 0,65. Dieser Wert gibt an, wie viele von 100 Frauen, die mit dieser Methode ein Jahr verhüten, ungewollt schwanger werden. Damit liegt die Sicherheit ähnlich hoch wie bei der Pille. Viele Antiepileptika und manche Antibiotika beeinträchtigen die Sicherheit hormoneller Verhütungsmittel, weil sie den Abbau der Hormone in der Leber beschleunigen. Frauen sollten hier zusätzliche nicht-hormonelle Verhütungsmittel anwenden, solange sie entsprechende Medikamente (Packungsbeilage beachten!) einnehmen.

Wie funktioniert der Vaginalring?
Der Ring enthält zwei Depots, die konstant Gestagene und Östrogene freisetzen - 120 Mikrogramm Etonogestrel und 15 Mikrogramm Ethinylestradiol täglich. Die Wirkung des Rings ist mit der einer Mikropille vergleichbar. Das Östrogen und vor allem das Gestagen unterdrücken den Eisprung, das Gestagen verhindert zusätzlich die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. Außerdem verändert Gestagen die Konsistenz des Schleimpfropfs im Muttermund, so dass kaum Spermien in die Gebärmutter gelangen. Die maximale Blutkonzentration erreicht das Östrogen ein bis zwei Tage nach Anwendungsbeginn - das Gestagen braucht etwa fünf Tage.

Wie wird der Vaginalring angewendet?
Frauen können sich den Ring selbst einsetzen. Wer bislang kein hormonelles Verhütungsmittel verwendet hat, sollte den Ring zwischen Tag eins (erster Blutungstag) und Tag fünf des Zyklusses einführen. Frauen, die bislang mit einem reinen Gestagenpräparat verhütet haben (Minipille, Implantationsstäbchen, Hormonspirale, Dreimonatsspritze), sollten keinen Tag Verhütungspause einlegen. Das heißt: Wenn Sie mit diesen Verhütungsmethoden stoppen, setzen Sie den Ring am folgenden Tag ein. In beiden Fällen müssen Sie in den ersten sieben Tagen zusätzlich andere Verhütungsmethoden anwenden. Beim Umstieg von der Pille (Östrogen und Gestagen) legen Sie den Ring an dem Tag ein, an dem Sie

mit einer neuen Pillenpackung begonnen hätten. Die Sicherheit bleibt so über den gesamten Zeitraum erhalten und Sie müssen keine zusätzlichen Verhütungsmaßnahmen ergreifen. Der Ring sollte möglichst tief - ähnlich wie ein Tampon - eingeführt werden. Ausschlaggebend für die Positionierung ist in erster Linie, dass der Ring nicht als unangenehm oder störend empfunden wird. Nach drei Wochen Liegezeit muss der Ring wieder entfernt und entsorgt werden. Dann folgt eine Pause von sieben Tagen (wie bei der Pille), anschließend wird wieder ein neuer Ring eingeführt. Ohne die Pause würde die Monatsblutung nicht einsetzen. Falls Sie vergessen, den Ring nach drei Wochen zu entfernen, bleibt der Verhütungsschutz noch etwa eine Woche bestehen. Sollte der Ring herausgleiten: Mit lauwarmem Wasser abwaschen und wieder einsetzen.

Was passiert, wenn der Vaginalring herausrutscht?
Der Vaginalring kann selten herausrutschen, beispielsweise beim Geschlechtsverkehr oder mit dem Entfernen eines Tampon. Sie sollten den Ring sofort wieder einsetzen. Nur wenn der Ring weniger als drei Stunden außerhalb der Scheide war, ist die empfängnisverhütende Wirksamkeit sichergestellt. Sind allerdings mehr als drei Stunden vergangen, sollten Sie für die nächsten sieben Tage zusätzlich ein mechanisches Verhütungsmittel benutzen.

Lässt sich die Menstruation mit dem Vaginalring verschieben?
Wird ein längeres menstruationsfreies Intervall gewünscht, werden die sieben Tage Pause ausgelassen und gleich im Anschluss an den alten Ring ein neuer eingelegt. Daraus ergibt sich ein blutungsfreies Intervall von sechs Wochen. In dieser Zeit können in manchen Fällen Schmierblutungen auftreten.

Welche Vorteile hat der Vaginalring?
Frauen müssen nicht täglich an die Verhütung denken. Der Ring gibt die Hormone gleichmäßig und konstant ab. Dadurch treten kein "Hormonspitzen" auf und die Verträglichkeit verbessert sich. Dagegen führt die Einnahme von Hormonen in Form der Pille zunächst zu hohen Werten im Blut, die nur langsam absinken. Die Passage des Magen-Darm-Traktes wird umgangen, weil die Hormone über die Scheidenschleimhaut ins Blut gelangen. Deshalb ist für die verhütende Wirkung eine geringer Hormondosis notwendig - wiederum mit dem Effekt der besseren Verträglichkeit. Auch Durchfall oder Erbrechen neutralisieren die Schutzwirkung des Ringes nicht.

Welche Nachteile hat der Vaginalring?
Gelegentlich spüren Paare den Ring beim Geschlechtsverkehr. Nach einer Umfrage des Herstellers empfanden dies aber nur drei Prozent der Anwenderinnen als störend. Bei Scheideninfektionen können sich manche Frauen mit dem Vaginalring beeinträchtigt fühlen. Sie sind jedoch kein Hindernis für den Vaginalring. Vaginale Medikamente wie Spermizide und Antimykotika gegen Pilzinfektionen beeinträchtigen auch nicht die Hormonfreisetzung.

Quelle: NetDoctor

 

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