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  Abkochungen


Eine Abkochung ist ein Auszug von Kräutern, die man in Wasser kocht. Diese Methode wird für harte Samenkörner, Wurzeln und Rinden benutzt, die zur Freisetzung ihrer Inhaltsstoffe länger brauchen. Sie dient außerdem dazu, Wasser-Auszüge zu reduzieren und zu konservieren. Sie entfaltet eine sehr harmonische und heilende Wirkung - das Beste für Kinder und Menschen in geschwächter Verfassung. Obwohl Abkochungen durch längeres Kochen zubereitet werden, enthalten sie doch die wirksamen Wertstoffe der frischen Kräuter. Abkochungen sind außerordentlich vielseitig. Sie können getrunken werden, zu Sirup und Honig, zum Gurgeln, für Kompressen und Duschen, als Badezusatz oder in Ölen und Cremes verwendet werden.

Zutaten
40 g getrocknete oder
60 g frische Kräuter
900 ml oder 3 ¾ Becher
kochendes Wasser

Dosierung
50 ml oder ¼ Becher 2-3mal am Tag
Waschungen 2-3mal am Tag

Zubereitung

  • Zerdrücken Sie die Kräuter mit dem Stößel im Mörser. Füllen Sie die Kräuter in eine Schüssel, bedecken Sie sie mit kochendem Wasser und lassen Sie sie über Nacht stehen (bei bestimmten Kräutern, wie z.B. risch geernteten wilden Malven, benutzt man auch kaltes Wasser).
  • Am nächsten Morgen füllen Sie die Kräuter und das Wasser in einen Kochtopf, geben soviel Wasser hinzu, daß es insgesamt wieder 900 ml sind (einiges ist von den Kräutern aufgesogen worden). Bringen Sie das Wasser zum Kochen, dann reduzieren Sie die Hitze soweit, daß es gerade noch leicht köchelt. Legen Sie einen Deckel auf, und lassen Sie es 20 min. weiter leicht köcheln.
  • Nehmen Sie den Topf vom Herd und seihen Sie den Inhalt durch ein sauberes Tuch (Leinen oder Mull) in einem Sieb. Drücken Sie alle Flüssigkeit aus, bevor die Kräuter entfernt werden. Das ist eine normale Abkochung, die sich 2-3 Tage hält und pur getrunken werden kann.
  • Wenn die Abkochung reduziert werden soll, füllen Sie die Flüssigkeit in ein Gefäß mit Meßskala und erhitzen Sie sie, bis sie anfängt zu dampfen. Wenn Dampf aufsteigt, rduzieren Sie die Hitze und lassen soviel verdampfen, bis 200 ml übrigbleiben. Lesen Sie die Skala ab.Man kann auch die Ringe beobachten, die von der verdampfenden Flüssigkeit hinterlassen werden, oder ein Lineal benutzen. Langsames Verdampfen dauert etwa 1½ Stunden für 600 ml oder 2½ Becher. Wenn genug verdampft ist, lassen Sie die Flüssigkeit abkühlen, füllen sie in eine saubere Flasche, etikettieren und beschriften sie. An einem kühlen Platz hält sich die Abkochung 4-5 Tage.

Abkochungen können dauerhaft konserviert werden durch:

  • Zufügen von 450 g Honig oder Zucker zu 200 ml oder 4/5 Becher der Abkochung. Dosierung: 1 Teelöffel 3mal täglich.
  • Zufügen von Alkohol im Verhältnis von 2 Teilen Abkochung zu 1 Teil Alkohol. Dosierung: 50 ml 2mal täglich.
  • Übergießen mit einem dünnen Film Pflanzenöl auf die Oberfläche und versiegeln. Zur Anwendung wird das Öl abgezogen oder die Abkochung unterhalb ausgegossen. Dosierung: ½-1 Teelöffel 3mal täglich.
  • Einen dickflüssigen Extrakt herstellen, indem auf 25 ml oder 1¾ Eßlöffel reduziert wird. Die eingedickte Flüssigkeit hält sich monate-, wenn nicht jahrelang. Dosierung: 1-3 Tropfen 3mal täglich.

So wird ein dickflüssiger Extrakt wiederflüssig:

Abkochung-Konzentration: 1 Teil Extrakt auf 10 Teile Wasser.

Aufguß-Konzentration: 1 Teil Flüssigextrakt auf 25 Teile Wasser.

Wieder verflüssigt, wird der Extrakt wie eine normale Abkochung oder ein Aufguß mit derselben Dosierung verwendet.

 

  Tinkturen


In einer Tinktur werden die Wirkstoffe der Kräuter extrahiert und mit Alkohol konserviert. Früher wurde das erreicht, indem man die Kräuter in Wein kochte. Es gibt viele alte Rezepte mit einer Handvoll von diesem und einer Handvoll von jenem, gekocht in Wein und beliebig getrunken. Tinkturen können aufrischen oder getrockneten Zutaten bereitet werden. Obwohl einige Kräuter mit unterschiedlichen Alkoholprozenten angesetzt werden müssen (15-90prozentig), kann die folgende Maßangabe allgemein für häusliche Zwecke verwendet werden: 25 g trockene oder 50 g frische Kräuter auf 600 ml oder 2½ Becher Alkohol. Wer keinen Alkohol verträgt, gibt die Dosis in 50 ml oder ¼ Becher Wasser und läßt sie mehrere Stunden unbedeckt stehen, so daß sich der Alkohol verflüchtigt.

Zutaten
Für 200-300ml oder
7/8 - 1¼ Becher
15 g trockene Kräuter
200 ml oder 7/8 Becher Alkohol
(wie Vodka oder Weinbrand)
85 ml oder 6 Eßlöffel Wasser

Dosierung
Als Erfrischung: 1 Teelöffel 1mal täglich
Normale Behandlung: 1 Teelöffel 3mal täglich
Akute Beschwerden: 1 Teelöffel 6mal täglich
Verdünnung: 1 Teelöffel Tinktur auf 250 ml oder 1 Becher Wasser

zum Gurgeln, Waschen oder auch für Kompressen.

Zubereitung

  • Zerdrücken oder hacken Sie die Kräuter. Mischen Sie Alkohol und Wasser.
  • Legen Sie die Kräuter in ein passendes Glasgefäß und fügen den verdünnten Alkohol hinzu. Etikettieren und datieren Sie das Glas und lassen es an einem kühlen, dunklen Platz 2 Wochen stehen. Täglich einmal schütteln oder auf den Kopf stellen.
  • Nach 2 Wochen hat die Flüssigkeit die Wirkstoffe aus den Kräutern gezogen und sich verfärbt. Es verlockt, die Mischung länger so stehen zu lassen. Tun Sie es nicht, es verstärkt die Tinktur nicht; denn die Kräuter fangen an sich zu zersetzen. Filtern Sie sie durch ein lockeres Gewebe, das in ein Sieb oder einen Durchschlag gelegt wird.
  • Drücken Sie die Kräuter in dem T'ucfi gräftfg aus, um keinen Tropfen der kostbaren Flüssigkeit zu vergeuden - fertig ist die Tinktur. Werfen Sie die ausgelaugten Kräuter weg.
  • Füllen Sie die gefilterte Flüssigkeit in Glasflaschen - am besten dunkles Glas. Sorgen Sie dafür, daß Flaschen und Deckel wirklich sauber sind. In sauberen Flaschen ist Tinktur unbegrenzt haltbar. Etikettieren Sie die Flaschen deutlich mit dem Namen der Tinktur, Herstellungsdatum, Dosierung und Anwendungshinweisen.

 

  Gewürzte Weine und Spirituosen


Das ist eine angenehme Art und Weise, Kräuter-Tonika für einen längeren Zeitraum herzustellen. Wenn frische Kräuter auf dem Markt sind, kann man genug für ein ganzes Jahr ansetzen. Nehmen Sie 25g Kräuter und 50g Gewürze in 21 oder 7!/? Becher roten oder weißen Wein oder verdünnten Alkohol mit 2 Teilen Alkohol auf 1 Teil Wasser. Die Herstellungsweise ist dieselbe wie bei Tinkturen. Trinken Sie 50 ml oder Y, Becher 2mal täglich. Warmes Wasser kann nach Geschmack ugefügt werden. Gewürzwein regt den Appetit an, wenn man ihn als Aperitif 20 Minuten vor dem Essen trinkt.

 

 

  Essig


Essig ist eine zweite bakterielle Gärung von Alkohol, die früher mit Hefe angesetzt wurde. Er ist leichter als Spirituosen, viel billiger, bekömmlicher und besser für den sauren pH-Wert der Haut. Er dient zur Haut- und Haarpflege, zum Waschen und Duschen. Es gibt zahlreiche Essigsorten aus Wein, Sherry, Apfelwein und Malz. Essigsäure wird häufig ersetzt, aber das ist bedauerlich, denn der natürliche Essig ist voll von reichen Düften mit feinen Nuancen. Es gibt Essigkenner ebenso wie Kenner von Wein und Bier. In der pflanzlichen Medizin wird Essig von Wein und Apfel wegen der sanften Wirkung bevorzugt. Um alle Spurenelemente, Vitamine und Geschmacksstoffe zu erhalten, bereiten Sie Essig aus einer "Essigmutter". Die Rezepte dafür werden üblicherweise von einer Generation zur anderen vererbt, Manche europäische Landschaften sind für ihren Essig ebenso bekannt wie für ihre Weine. Ist eine Essigkultur einmal angesetzt, muß sie unterhalten und "gefüttert" werden. Das ideale Gefäß dafür ist ein Tonkrug mit weiter Öffnung.

Zutaten
Apfelschalen und Kerngehäuse
Genügend Wasser, um sie zu bedecken

Zubereitung

  • Schrubben Sie die Äpfel sorgfältig in viel Wasser. Das Beste sitzt direkt unter der Schale, sorgen Sie dafür, daß die Schale sauber ist, frei von Konservierungswachs und Pflanzenschutzmittel-Rückständen.
  • Schälen Sie die Äpfel und scheiden das Kerngehäuse heraus. Man wählt am besten jeweils eine Sorte, weil jede dem Essig ihre leicht unterschiedliche Duftnote mitgibt: 'Russet' nußartig, 'Cox Orangen-Renette' süß und hölzern, 'Bramley' rein und belebend.
  • Verwenden Sie das Fruchtfleisch nach Belieben, Schalen und Kerngehäuse legen Sie in einen weithalsigen Krug und bedecken sie mit klarem Wasser. Der Krug wird verschlossen an einen warmen Platz gestellt. Dieses Rezept gelingt am besten mit Kerngehäusen und Schalen von wenigstens 12 Äpfeln. Wenn Sie weniger nehmen, geben Sie ¼ Becher Apfelsaft hinzu.
  • Kosten und rühren Sie die Flüssigkeit alle paar Tage um, um zu lüften. Wenn sie anfängt zu gären, entfernen Sie den Schaum. Der Geschmack des Essigs entwickelt sich langsam. Wenn er Ihrem Geschmack entspricht, seihen Sie die Flüssigkeit in eine große Schüssel. Leeren Sie den Krug für die nächste Füllung, spülen Sie ihn aus, aber benutzen Sie kein Spülmittel. Für den neuen Ansatz legen Sie frische Apfelschalen und Kerngehäuse hinein, fügen die "Essigmutter" und Wasser hinzu, um sie zu bedecken, und wiederholen die Schritte 1-4.
  • Füllen Sie den Essig bis auf eine kleine Restmenge in eine Flasche, und etikettieren Sie sie mit Herstellungsdatum. Hat der Essig seinen vollen Geschmack erreicht, ist die Gärung beendet, und er ist haltbar. In der Flasche sollte der Essig nicht verderben. Behalten Sie die kleine Restmenge des Essigs als "Mutter" zukünftiger Ansätze zurück. Um diese lebendig zu erhalten, bis Sie das nächste Mal Essig ansetzen wollen, fügen Sie gelegentlich Apfelschalen und Wasser zu der im Krug verbliebenen Flüssigkeit.

Rezepttip
Schneller Weinessig

Zutaten:
1 Flasche Rot- oder Weißwein
oder trockener Sherry
1 Eßlöffel Gerste

Zubereitung:
Füllen Sie Wein oder Sherry in einen Krug, fügen die Gerste hinzu und stellen ihn einige Tage an einen warmen Platz. Wenn es richtig schmeckt (nach etwa 2-3 Tagen), wird gefiltert und auf Flaschen gezogen. Einen Rest behalten Sie im Krug als "Mutter" oder "Starter"für den nächsten Ansatz. Damit er gut bleibt, füttern Sie ihn gelegentlich mit einem Rest Wein. Verwenden Sie immer dieselbe Art Wein, roten oder weißen.

Obstessig

Bedecken Sie die Früchte mit Essig, lassen Sie sie 2 Wochen stehen, bevor abgesiebt und in Flaschen gefüllt wird. Obstessig wird am besten angesetzt, wenn weiche Früehte und Beeren reichlich geerntet werden, um ihre Mineralstoffe und Vitamine für den kalten, dunklen Winter zu konservieren. Dosierung: 1 Teelöffel auf einen Becher Wasser oder nach Belieben. Obstessig wirkt sogleich am Morgen aufmunternd und reinigend - ein Weck-Tonikum für den ganzen Körper. Im Winter benutzt man ihn gegen Husten und Erkältungen, zur Aufmunterung und um Fieber zu senken. Geeister Obstessig wirkt kühlend und erfrischend an heißen Sommertagen.

Gewürzter Essig

Gewürz-Essig ist leicht herzustellen und zu verwenden. Beim Kochen entwickelt er den aromatischen Duft der Kräuter, als Salat-Dressing kommt ein eigener Geschmack hinzu. Er würzt Getränke, Hautlotionen und Haarspülungen. Für eine Dusche verdünnen Sie 2 Teelöffel Essig in 250 ml lauwarmem Wasser.

 

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